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Raumschiff Promet: Konkurrenz zu Perry Rhodan?

Unter freundlicher Genehmigung der Pabel-Moewig Verlag KG / Edel Verlagsgruppe aus Rastatt und des Hannibal Verlages aus Innsbruck in Österreich. Die bibliografischen Angaben stammen aus den offiziellen Perry-Rhodan-Silberbänden des Pabel-Moewig Verlags KG (bis Band 96) und der Edel Verlagsgruppe (ab Band 97).

Stephan Komp4. Mai 2026

Die Heftromanserie „Raumschiff Promet“ entstand in den frühen 1970er Jahren und positionierte sich als actionreiche Space-Opera im Umfeld des marktdominierenden „Perry Rhodan“-Universums. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten des ursprünglichen Verlags führte der Astro-Verlag die Publikation weiter. Ein zentraler Akteur in diesem literarischen Umfeld war der ehemalige PR-Autor Kurt Brand, der nach kreativen Differenzen eigene Projekte verfolgte. Trotz deutlicher inhaltlicher Parallelen zu etablierten Werken blieb die Serie von Plagiatsklagen verschont, da genretypische Elemente juristisch kaum anfechtbar waren. Ferner beleuchtet der Beitrag die historische Entwicklung der Urheberrechte und die finanziellen Beteiligungsmodelle in der deutschen Heftroman-Branche.

Zusammenfassung

Die Heftromanserie „Raumschiff Promet“ entstand in den frühen 1970er Jahren und positionierte sich als actionreiche Space-Opera im Umfeld des marktdominierenden „Perry Rhodan“-Universums. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten des ursprünglichen Verlags führte der Astro-Verlag die Publikation weiter. Ein zentraler Akteur in diesem literarischen Umfeld war der ehemalige PR-Autor Kurt Brand, der nach kreativen Differenzen eigene Projekte verfolgte. Trotz deutlicher inhaltlicher Parallelen zu etablierten Werken blieb die Serie von Plagiatsklagen verschont, da genretypische Elemente juristisch kaum anfechtbar waren. Ferner beleuchtet der Beitrag die historische Entwicklung der Urheberrechte und die finanziellen Beteiligungsmodelle in der deutschen Heftroman-Branche.


Raumschiff Promet: Historie und verlegerische Entwicklung

Der Kölner Astro-Verlag entstammte ursprünglich dem Andromeda-Verlag und startete 1971 eine Serie unter dem Titel „Arn Borul – Von Stern zu Stern“, welche ab Band 21 in „Raumschiff Promet“ umbenannt wurde. Diese Publikation bot klassische Space-Opera-Action und bewegte sich im Fahrwasser großer Vorbilder. Der Grund für den späteren Verlagswechsel war, daß der Andromeda-Verlag nach 26 Heften in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Der Kölner Druckereibesitzer Henry Deckner, der noch offene Forderungen an den Verlag hatte, übernahm die Serie ab Heft 27 und gab sie fortan unter dem Label Astro-Verlag heraus.

Mitte der 1970er Jahre, etwa um 1974 und 1975, stellte der Verlag seine Tätigkeit ein. Historischen Quellen aus Fanzines der damaligen Zeit zufolge ging die dazugehörige Druckerei insolvent, weshalb die Publikation der Serie bei Heft 55 abgebrochen wurde. Auch wenn der Kölner Astro-Verlag nicht mehr existiert, hat die Serie bis heute überlebt. Seit 1999 haben sich andere Kleinverlage der Marke angenommen. Besonders der Blitz-Verlag hat sich darum verdient gemacht, Raumschiff Promet durch Taschenbücher, E-Books sowie Neuschreibungen am Leben zu erhalten.

Das erzählerische Setting der Space-Opera

Die Geschichte beginnt im späten 21. Jahrhundert, genauer im Jahr 2095. Die Erde ist vereint, und die Menschheit stößt dank neu entwickelter Überlicht-Antriebe in die Tiefen der Galaxis vor. Im Mittelpunkt der Erzählung steht das mächtige, hochmoderne irdische Forschungsraumschiff PROMET. Kommandiert wird dieses von dem charismatischen Harry T. Orell. Ihm zur Seite steht unter anderem der Außerirdische Arn Borul, der von seinem Heimatplaneten Moran fliehen mußte.

Die Serie verzichtet auf lange Vorreden und wirft die Besatzung direkt in galaktische Konflikte. Orell und seine Crew stoßen schnell auf eine massive Bedrohung: Die Flotte der sogenannten „Schwarzen Raumer“, deren einziges Ziel die gnadenlose Unterwerfung und Vernichtung anderer Zivilisationen zu sein scheint. Die Promet muß als Speerspitze der Menschheit neue Allianzen schmieden, um das Sonnensystem vor der drohenden Invasion zu schützen. Im Vergleich zum damals oft mit einem schweren politisch-militärischen Überbau versehenen Perry Rhodan war Raumschiff Promet direkter, temporeicher und fokussierte sich stärker auf klassische Raumschlachten.

Konkurrenz auf dem Heftroman-Markt

Raumschiff Promet war der Versuch, auf der gewaltigen Erfolgswelle von Perry Rhodan (PR) mitzureiten. Stark involviert war Kurt Brand, ein ehemaliger Perry-Rhodan-Autor, der im Streit mit dem Pabel-Moewig Verlag (VPM) ausgeschieden war und bereits mit Ren Dhark eine Konkurrenzserie erschaffen hatte.

Kurt Brand und das Zerwürfnis mit K.H. Scheer

Kurt Brand nimmt in der Geschichte der deutschen Science-Fiction eine markante Stellung ein. Er war ein Mann der ersten Stunde und gehörte zu den wichtigsten Autoren der PR-Anfangszeit. Brand stieg 1961 mit Heftnummer 9 in die Serie ein und verfaßte insgesamt 38 Romane für die Hauptserie. Literarisch bildete er den Gegenpol zu Chefautor K.H. Scheer. Während Scheer für die harte, technisch-militärische Seite der Serie stand, brachte Brand die emotionalere und menschlichere Komponente ein. Obwohl seine Physik nicht immer stimmig war, galt er als Meister darin, exotische Welten und fremdartige Aliens lebendig zu beschreiben.

„Brand hielt sich nicht immer an die strengen Handlungs- und Technikvorgaben.“

Zwischen Brand und K.H. Scheer kam es 1966 zu massiven kreativen und persönlichen Differenzen. Scheer rügte Brands oft eigenwillige Interpretation der Exposés. Dies führte zum völligen Zerwürfnis, woraufhin Kurt Brand das Autorenteam verließ. Aus Verärgerung wechselte er zum Kelter-Verlag und erschuf seine eigene Science-Fiction-Serie Ren Dhark. Auch wenn Kurt Brand am 8. November 1991 im Alter von 74 Jahren verstarb, ist er in der Szene unvergessen geblieben. Er gilt heute als einer der produktivsten und kreativsten deutschen SF-Autoren der Nachkriegszeit.

Juristische Aspekte: Markenrecht und Bestseller-Paragraf

Der Verlag VPM achtete stets darauf, daß seine Stamm-Autoren keine eigenen Serien bei der Konkurrenz aufbauten. Als die Autoren H.G. Francis und Manfred Wegener 1966 für den Bastei-Verlag die Konkurrenzserie Rex Corda aus der Taufe hoben, gab es erheblichen Ärger bezüglich vertraglicher Bindungen. Pabel-Moewig verteidigte seine Marke vehement durch Abmahnungen gegen unlizenzierte Verwendungen.

Plagiatsvorwürfe blieben jedoch aus: Es gab keine bekannten Gerichtsverfahren wegen „Ideenklau“ bei Raumschiff Promet. Handlungsbausteine wie gigantische Raumschiffe oder Sternenreiche galten im Science-Fiction-Genre als Allgemeingut und waren juristisch kaum anfechtbar.

Die wirklich großen juristischen Auseinandersetzungen führte VPM intern, insbesondere mit den Erben von K.H. Scheer und Walter Ernsting. In den 1960er Jahren waren sogenannte "Buy-out"-Verträge üblich, bei denen der Autor gegen ein festes Honorar alle Nutzungsrechte vollumfänglich abtrat. Die Rechtslage in Deutschland änderte sich massiv mit der Einführung des § 32a UrhG (Bestseller-Paragraf) im Jahr 2002. Dieser besagt, daß Urheber bei einem auffälligen Mißverhältnis zwischen Vergütung und Ertrag eine nachträgliche Beteiligung fordern können. Der Verlag beteiligt die Autoren und deren Erben heute jedoch automatisch an Zweit- und Drittverwertungen, was durch den langjährigen Chefredakteur Klaus N. Frick öffentlich klargestellt wurde.

Bildnachweis: Eigene

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*Unter freundlicher Genehmigung der Pabel-Moewig Verlag KG / Edel Verlagsgruppe aus Rastatt und des Hannibal Verlages aus Innsbruck in Österreich. Die bibliografischen Angaben stammen aus den offiziellen Perry-Rhodan-Silberbänden des Pabel-Moewig Verlags KG (bis Band 96) und der Edel Verlagsgruppe (ab Band 97).

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